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Aus dem Leinacher Gemeindeblatt Rubrik Katholische Pfarreien – Liebe Leinacherinnen, liebe Leinacher, schon seit einiger Zeit fragen sich Experten, wie man mit leeren Kirchen umgehen soll.Diese berechtigte Frage regt dazu an, kreativ und erfinderisch zu werden.Und schon manche, die sich auf diese Frage eingelassen haben, fanden bereits Antworten:

So gibt es z.B. eine Kirche in Dortmund, die leer blieb, nachdem fünf Gemeinden zusammengeschlossen wurden. Seit 2017 finden nun in dieser leeren Kirche Konzerte und Events statt. Und auch in Bochum hat sich eine ehemalige Kirche ganz der Musik verschrieben, indem sie heute als Foyer des Musikforums Ruhr dient.

In einer anderen leeren Kirche kann man nun Blumen kaufen oder sich Sträuße binden lassen.

Durch ein altes Kirchengebäude, das 85 Jahre lang ein Ort für Gottesdienste war, tollen heute Kinder, nachdem es zu einer modernen Kindertageseinrichtung umfunktioniert worden war.

Ruhiger geht es in einer anderen Kirche zu: Nachdem sie für Gottesdienste nicht mehr notwendig war, können sich jetzt Christen aller Konfessionen dort in Urnen beerdigen lassen.

Es gibt also durchaus viele Möglichkeiten, mit altehrwürdigen Kirchengebäuden in eine gute Zukunft zu gehen - in eine Zukunft, die dem Leben der Menschen vor Ort dient!

Einen wunderbaren Ansatz dafür erkannte ich auch in Leinach bei der Aufführung der Musicalkomödie „Wer versteht hier Bahnhof?" in unserer Julius – Echter - Kirche. Mit Hits von Abba bis Queen haben sich Sängerinnen und Sänger aller Altersstufen in einer so großartigen Weise engagiert, dass sich so mancher – auch der Pfarrer - nach den erfolgreichen Auftritten fragte, ob die Zukunft unserer Julius – Echter – Kirche möglicherweise in einer „Leinacher Kulturbühne" bestehen könnte. Menschen haben gesungen, gespielt, geplant, organisiert – und das mit einer Leidenschaft und Begeisterung, die alle spüren konnten, die gekommen sind!

Ob unsere Julius – Echter – Kirche eine solche Kulturbühne werden wird, weiß ich heute nicht. Doch ich möchte Sie alle ermutigen, kreativ und innovativ zu werden; nicht nur vom Schreibtisch aus und theoretisch zu überlegen, sondern einfach auszuprobieren, zu experimentieren und von einer breiten Basis her mutig und ganz offen die Frage nach einer sinnvollen Zukunft für diese Kirche anzupacken, die darauf wartet, nach der exzellenten Außenrenovierung nun einem guten Verwendungszweck zugeführt zu werden, der dem 21. Jahrhundert angemessen ist und der dem Leben derer dient, die im Tal der Leinach wohnen.

Ein Anfang scheint gemacht zu sein. Zum Weiterdenken und dann vor allem zum Weiterhandeln ermutigt Sie alle ganz herzlich

Pfarrer Andreas Bosl

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